Solungsbergbau

Übersicht

Unter Solungs-Bergbau versteht man die Gewinnung wertvoller Bestandteile einer Minerallagerstätte mittels einer wässrigen Lösung. Im ursprünglichen Sinn bezieht sich der Solungs-Bergbau auf den Abbau von Salzgestein, die Auflösung von löslichem Gesteinsmaterial wie z.B. Salz durch die Verwendung von Bohrungen zum Einpressen von Wasser in die Lagerstätte und Förderung der entstandenen gesättigten Salzsole. Im aktuellen Gebrauch schließt der Solungs-Bergbau das Auslaugen von Erz ein, die In-Situ-Laugung wertvoller Metallbestandteile aus einem Erzkörper sowie das Haufenlaugungs- und „Dump“-Laugungsverfahren (ähnlich dem Haufenlaugungsverfahren). Oft wird das Frasch-Verfahren eingeschlossen, welches überhitztes Wasser zum Schmelzen von Schwefel in tiefen Lagerstätten und zur Förderung des geschmolzenen Schwefels aus den gebohrten Quellen verwendet.

Evaporite repräsentieren eine große Klasse wasserlöslicher Minerale (Salze). Zu den Evaporiten von großer wirtschaftlicher Bedeutung zählen Halit (Natriumchlorit), Sylvin und Sylvinit (Kaliumchlorit), Bischofit (Magnesiumchlorit), Nahcolit (Natriumbikarbonat), Trona (Natriumkarbonat), Langbeinit und Karnallit [beide Minerale sind Quellen für Kali und Magnesia (Magnesiumoxid)].

Beim Solungs-Bergbau wird über ein verrohrtes Bohrloch ein Lösungsmittel in den abbauwürdigen Bereich der Lagerstätte eingepresst. Für Evaporite wird heißes Wasser als Lösungsmittel verwendet, das durch Auflösung der löslichen Minerale zu einer Salzsole wird. Die Salzsole wird über das Verrohrungssystem im selben oder in einem anderen Bohrloch zur Oberfläche befördert und in eine Aufbereitungsanlage geleitet. In dieser Anlage erfolgt die Gewinnung durch eine kontrollierte Kristallisation des gewünschten Produkts, gefolgt von einem Wasserentzug und Trocknung. Einige Minerale benötigen weitere Reinigungsschritte, wie z.B. die Flotation der Kali-Kristalle. Die abgereicherte Salzlauge wird chemisch gereinigt und wieder in die Lagerstätte eingepresst. Auf diese Weise erzeugt der Solungs-Bergbau im Vergleich mit dem herkömmlichen Bergbau nur minimale Beeinträchtigungen der Oberfläche und wenig Abraum.

Geologie

Saskatchewan wird von ausgedehnten Evaporitlagerstätten unterlagert, die aus dem Erdzeitalter des Mittleren Devons stammen, einschließlich des wirtschaftlich wertvollen Düngemittelminerals Sylvin (KCL). Die allgemein flachlagernden Evaporitlagen besitzen eine einfache Mineralogie und einen hohen Mineralgehalt. Dies ermöglicht eine wirtschaftliche Ausbeutung entweder durch Untertage- oder Solungs-Bergbaumethoden. Eine wichtige Bedingung für die Festlegung der Abbaumethode ist die Versenkungstiefe. Ein Untertagebau wird als unwirtschaftlich angesehen, wenn die Lagerstätte tiefer als 1.100 m unter der Oberfläche liegt. In größeren Tiefen ist der Solung-Bergbau die einzig geeignete Methode. Und selbst unter diesen Bedingungen gilt allgemein, dass in der Lagerstätte die Temperatur über 50°C liegen muss und/oder sie tiefer als 1.450 m unter der Oberfläche liegen sollte, damit der Solungs-Bergbau effektiv und wirtschaftlich ist. Ein viel größerer Teil der Kali-Lagerstätten in Saskatchewan ist für den Solungs-Bergbau geeignet als für den herkömmlichen Untertageabbau.

Wichtige Parameter

Vorteile

Solungs-Bergbau

Solungs-Bergbau

 

Trockenschachtabbau

 

Solungs-Bergbau

Herkömmlicher Bergbau

Investitionsaufwand

Niedrige Investitions-aufwendungen 1,5 Mrd.

3 Mrd.

Konstruktionszeit

Verkürzte Zeit bis zur Produktion

5 -7 Jahre

Anlaufkosten

Geringer Bedarf an Arbeitskräften

Höher

Skalierbarkeit

Flexibel

Nein

Anzahl der Konkurrenten

keine

viele

Betriebskosten

Hoher Energieverbrauch (Erdgas)

Weniger energieintensiv