Übersicht über die Kalisalz-Branche

Der Begriff „Kalisalz“ bezeichnet eine Gruppe Kalium (K) führender Minerale und Chemikalien. Das in erster Linie auf dem Markt angebotene Kalisalz ist Kaliumchlorid oder KCL, ein natürlich vorkommendes rosafarbenes, salzig schmeckendes Mineral. Kanada ist einer der führenden Produzenten und Exporteure dieses Minerals weltweit.

95 Prozent der gesamten Kalisalz-Produktion wird in der Landwirtschaft verbraucht. Dort wird Kali als Düngemittel eingesetzt. Es ist üblicherweise ein Bestandteil der N-P-K-Dünger oder auch Verbunddünger, die Kali, N (Stickstoff) und P (Phosphor) enthalten. Kali spielt eine wichtige Rolle bei der Regelung der physiologischen Abläufe in Pflanzen: es stärkt die Zellwände, unterstützt die Wasserspeicherung, verbessert die Widerstandskraft gegen Krankheiten und erhöht die Stickstoff- und Phosphoraufnahme. Eine Verbesserung dieser Funktionen führt zu einer Verbesserung der Pflanzenqualität und zu höheren Erträgen. Kalium kann durch keinen anderen Nährstoff ersetzt werden und für Kalisalz gibt es keinen wirtschaftlichen Ersatz als Quelle für Kaliumdünger. Dung und Glaukonit, die über kurze Entfernungen zu den Anbauflächen transportiert werden können, enthalten nur wenig Kalium.

Die Grundlagen für Kalisalz auf dem Düngemittelmarkt sind einzigartig.

Stickstoff (N) und Phosphat (P) sind die anderen unentbehrlichen Nährstoffe für das Pflanzenwachstum. Zur Herstellung beider Nährstoffe wird Erdgas benötigt und das Angebot ist reichlich (Erdgas ist insbesondere der entscheidende Rohstoff für die Stickstoffdüngemittelproduktion durch das Haber-Bosch-Verfahren und ist für 70 bis 80 Prozent der Düngerkosten verantwortlich). Durch die Bindung an steigende Erdgaspreise reduzieren sich die Gewinnspannen. Kalium ist einfach das profitabelste der Massendüngemittel.

Die Haupttreiber des Düngemittelverkaufs sind die Nahrungsmittelnachfrage, das Wirtschaftswachstum und die Bio-Treibstoffe.

Anbauflächen für Bio-Treibstoffe (in tausend Hektar)Die UN erwartet bis 2050 einen Anstieg der Weltbevölkerung um 40% auf 9,2 Milliarden. So ein Bevölkerungswachstum bedeutet eine Steigerung der Nachfrage nach Pflanzen, die als Lebensmittel, Tierfutter sowie zur Produktion von Fasern und Bio-Treibstoffen verwendet werden. Dies wird zu signifikanten Veränderungen in der Landwirtschaft führen. Aufgrund des steigenden Bruttoinlandsprodukts auf dem gesamten asiatischen Kontinent wird die steigende Nachfrage nach einer Ernährungsweise, die zum größten Teil auf Getreide basiert (Fleisch und Milchprodukte), die globalen Lagerbestände von Getreide weiter strapazieren. Ferner werden die Düngemittelpreise steigen, da die Bio-Treibstoffindustrie ihren Bedarf an Getreide und Ölsaaten steigert und die globalen Lagerbestände von Getreide schrumpfen.

Alle oben genannten Treiber der Nachfrage üben einen extremen Druck auf die Getreidepreise aus, während die Welt weiterhin jährlich durchschnittlich 1% ihres Ackerlandes verliert.

Nach Jahren relativer Stabilität ist der Preis für Kali seit Juni 2003 um 200% gestiegen

Da viele Landwirte zu Biotreibstoff-Produzenten werden, ist die Nachfrage nach Düngemitteln in die Höhe geschnellt. Im Jahre 2006 stieg der Preis für Kalisalz sowohl in Brasilien als auch in Indien um 55%. Im Jahre 2008 setzt sich der Preisanstieg fort, da die Spot-Preise in China 525 USD pro Tonne übersteigen werden. Dies ist das Doppelte des im Jahre 2007 von China gezahlten Preises.

Höhere Getreidepreise erhöhen den Anreiz zu intensivem Pflanzenanbau und verstärken die Düngemittelnachfrage in den nächsten Jahren, da die Landwirte versuchen, ihre Erträge und Einkommen zu erhöhen.

Die International Fertilizer Association projiziert basierend auf den aktuellen Verbrauchsstrukturen einen Anstieg der globalen Kalisalznachfrage um 3,7% pro Jahr. Das entspricht beinahe 2 Millionen Tonnen Kalisalz, die jedes Jahr zusätzlich benötigt werden. Der Weltverbrauch kann nur gedeckt werden, wenn jedes Jahr die äquivalente Produktion einer neuen Kalimine hinzugefügt wird.

Falls weltweit eine Angleichung der Nährstoff-/Dünger-Ausbringung erzielt wird und die entsprechenden empfohlenen wissenschaftlichen Mengen ausgebracht werden, so werden allein die „BRIC“-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China) zusätzlich 28 Millionen Tonnen Kalisalz pro Jahr benötigen. Von den drei Nährstoffen (N, P, K) steht Kalium vor dem größten Wachstumsanstieg. Der Grund dafür liegt einmal im knappen Kaliangebot und der weltweit limitierten Kredite für die Landwirtschaft. Kali wurde in den meisten Ländern nur in geringen Mengen ausgebracht. Da Kali wieder verstärkt in ausgewogene Produktionsmethoden aufgenommen wird (zur Verbesserung der Erträge), wird die Kalinachfrage weiterhin stark bleiben. Viele Länder erkennen, dass diese Methode der sicherste Weg zu einer Steigerung der Ernteerträge ist.

Wir sind aus diesen Gründen der Auffassung, dass die aktuelle Kalinachfrage die Fähigkeiten des Sektors übersteigen wird, Angebotskapazitäten hinzuzufügen und zu erweitern.